Herbsttag

 

 

Ich wander' durch den Wald,

es ist bereits Oktober.

Es wird schon schneller kalt,

während ich das Laub durchstöber'.

 

Ein Igel unterm Blatt,

das Rot wie Feuer glüht,

Der Igel, der Angst hat,

und sich um Schutz bemüht

 

Die Pilze unterm Baum,

so versteckt, man sieht sie kaum,

sind Futter für Mensch und Tier,

in der dritten Jahreszeit von vier.

 

Ich komm an eine Stelle,

an der ich früher öfter war.

Hier war einmal 'ne Wasserquelle.

Heute eine Whiskey-Bar.

 

Vorsichtig geh' ich heute

weiter hier entlang.

Ich seh' so viele Leute,

da wird mir Angst und Bang.

 

Früher war hier Natur,

heute nur Industrie.

Tierischer Massenmord pur,

Warum? Versteh' ich nie...

 

 

 

© by Keiji~Chan

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    tiger87w (Dienstag, 23 Oktober 2012 21:45)

    Schön wie du die hässliche Realität in solch schöne Zeilen packst!

  • #2

    Einsiedler (Mittwoch, 24 Oktober 2012 18:56)

    Mit deinem Gedicht hast du die Doppelmoral der Krone der Schöpfung eingefangen. Noch kann man im Wald spaziern gehen, aber nich ohne mit den Schattenseiten konfrontiert zu werden. Auf der einen Seite werden Naturreservate angelegt, um auf der anderen Seite die Industriealisierung voran zu treiben. Raubbau statt Bewahrung, so fordert der Fortschritt seine Opfer.